1.    Was ist der Hintergrund der Aktion
Sie fragen nach dem Sinn unseres Briefes und seiner Begleitmaterialien? Zwei Überlegungen haben uns bewogen diese Aktion durchzuführen. Zum einen kommen Umfragen immer wieder zu dem Ergebnis, dass viele Menschen heute nicht mehr genau wissen, welche christliche Bedeutung Karfreitag und Ostern sowie ihre Bräuche haben. Als Kirche sehen wir uns in der Verantwortung, diese Informationen anzubieten. Deshalb haben wir den Brief geschrieben und weisen auf die Website lichtblick-ostern.de hin. Die ergänzenden Plakate und Fassadenbanner haben wir aufgehängt, um auch möglichst viele Menschen anzusprechen, die nicht Mitglied unserer Kirche sind, die aber Interesse an Karfreitag und Ostern und am Glauben haben. Eine ähnliche Aktion haben wir bereits zu Weihnachten 2012 mit sehr großer Resonanz durchgeführt. Zum anderen wollen wir mit dem Brief Kontakt zu Ihnen und unseren anderen Mitliedern aufnehmen. Es sind 1,7 Millionen Menschen, die durch ihre Mitgliedschaft, durch ihr Engagement, ihre Gebete und ihre finanziellen Zuwendungen die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) mit tragen. Viele tun dies, obwohl sie persönlich nur wenige Berührungspunkte mit ihrer Kirche haben. Zu ihnen wollen wir Kontakt aufnehmen und ihnen ein Signal des Dankes und der Anerkennung senden. Einen Impulsbrief gibt es zwei Mal im Jahr – die nächste wird sich mit dem Thema Toleranz beschäftigen und wird voraussichtlich im Frühherbst versandt.

2.    Was ist die Aussage des Motivs „Wiedersehen“
Aus theologischer Sicht bedingen Karfreitag und Ostern einander. Keiner der beiden christlichen Feiertage entfaltet ohne den anderen einen tieferen Sinn. Sie gehören zusammen. Dies verdeutlicht eine alltägliche Grußformel eindrücklich: “Wiedersehen”. Dieses Grußwort wird täglich häufig ausgesprochen, ohne dass dabei seine tiefe Doppeldeutigkeit immer bewusst würde. “Wiedersehen” drückt den Schmerz des Abschieds und zugleich die Hoffnung auf neues Leben aus. Es ist ein Abschiedsgruß, der gleichzeitig Hoffnung zuspricht - Karfreitag und Ostern in kleinster alltäglicher Münze. Das, so hoffen wir, eröffnet in elementarer Weise den geistlichen Gehalt dieser Tage, der in Gottesdiensten sowie auf der begleitenden Website weiter entfalten werden kann. “Wiedersehen” ist deshalb der Schlüsselbegriff der Aktion, ihr erster Sekundenimpuls, um das knappe Gut der Aufmerksamkeit innerhalb von Sekunden zu erringen.

3.    Warum werden 4 unterschiedliche Motive eingesetzt?
Die Karten, aber ebenso die Plaktierungen zu der Karfreitags- und Osteraktion gibt es mit vier verschiedenen Motiven, um zu verdeutlichen, dass die Botschaft nicht auf eine bestimmte Zielgruppe bezogen ist, sondern für alle Menschen in Hessen und Nassau gilt.. Für ältere ebenso wie für jüngere. Für Frauen ebenso wie für Männer. Für dunkelhaarige und für blonde. Die Karten wurden nach dem Zufallsprinzip versendet.

4.    Was kostet die Impulspost Karfreitag und Ostern?
Alle Haushalte in unserem Kirchengebiet; in denen mindestens eine evangelische Person lebt, haben einen Brief erhalten. Das sind 1,1 Millionen Haushalte mit 1,7 Millionen Mitgliedern.
Begleitend haben sich etwa die Hälfte unserer Gemeinden die Aktion zu eigen gemacht und Materialien für ihre Gemeindearbeit (Plakate, Fassadenbanner, Informationsflyer, Postkarten usw.) bestellt. Die Kosten für den Brief belaufen sich auf 436.500 Euro, davon sind 57 Prozent Portokosten. Die Kosten für die weiteren Materialien belaufen sich auf 204.000 Euro. Insgesamt gibt die EKHN also ca. 640.500 für die Aktion aus. Sie kostet pro Haushalt 62 Cent und pro Mitglied 38 Cent. Keinesfalls zu viel, wie wir finden.

5.    Warum verwendet man das Geld nicht für Spenden?
Die EKHN wendet sehr viel Geld für Hilfsmaßnahmen auf – zu Recht. Abe sie hat noch mehr Aufgaben. Mit der Impulspost-Aktion nehmen wir Kontakt zu unseren Mitgliedern auf und wir äußern uns zu evangelischen Themen in der Öffentlichkeit. Auch das zählt zu unseren Aufgaben. Dafür wird kaum mehr als 1 Prozent des Gesamthaushalts der EKHN aufgebracht. So viel sind uns unsere Mitglieder und unsere Themen in der Öffentlichkeit wert!

6.    Warum ist Karfreitag ein stiller Feiertag?
Feiertage durchbrechen das Einerlei des Arbeitsalltags. Einzelne Tage werden mit einer besondern Thematik herausgehoben. Das tut der ganzen Gesellschaft und auch den einzelnen Menschen gut. Sonst würde das Leben im täglichen Gleichschritt vor sich hin vergehen. Es fehlte auch die gemeinsame Zeit zum Feiern, Trauern, Sporttreiben und Spielen. Der Karfreitag ist dabei eine besondere Provokation in unserer Spaß- und Erlebnisgesellschaft, weil er als einzig verbliebener arbeitsfreier Tag Leiden, Sterben und Tod thematisiert. Damit schafft er Zeit und Raum für Stille, Schmerz und Trauer. Das sind heutzutage weitgehend tabuisierte und ins Private abgedrängte Themen. Der Karfreitag macht sie öffentlich.
Die Themen des Karfreitags sind Leiden, Gewalt und Tod. Sie sind niemals angenehm und passend. Aber Menschen sind zu allen Zeiten davon betroffen. Das soll nicht vergessen werden. Deshalb versammeln sich viele am Karfreitag in Gottesdiensten. Gemeinsam denken sie an die Opfer von Gewalt, Leiden und Sterben. Ihr Schicksal wird in Liedern und Gebeten vor Gott gebracht. Das macht vielen Mut, spendet Trost und gibt Hoffnung.
Das Leben ist verletzlich. Auch dafür steht der Karfreitag. Damit hat er eine wichtige Aufgabe, nicht nur für Kirchenmitglieder, sondern auch für die gesamte Gesellschaft. Deshalb gewährt das staatliche Feiertagsgesetz dem Karfreitag als „stillem Feiertag“ einen besonderen Schutz.
Wir als Kirche sind sehr dankbar dafür, dass unter vielen Politikern, die sich Gedanken um das Wohl der Gesellschaft machen, eine große Einsicht über den Sinn der Feiertage besteht.

7.    Warum gilt am Karfreitag ein Tanzverbot?
Deutschland ist ein christlich geprägtes Land. Viele Feiertage, Regeln und Feste – und auch viele Feiertage, die für alle Bürger gelten, beruhen auf christlichen Sitten. Karfreitag ist der höchste Feiertag im Christentum, an dem wir als Christen des Todes Jesu gedenken. Der Karfreitag ist der einzige deutsche Feiertag, an dem ein bundesweites Tanzverbot besteht. In Bremen, Berlin und Hamburg allerdings nicht ganztägig. An anderen sogenannten Stillen Feiertagen wie Allerheiligen oder dem Reformationstag darf nur in vereinzelten Regionen Deutschlands nicht getanzt werden. Eine lange christliche Tradition, die den Weg in unsere Gesetze gefunden hat. Dafür bitten wir diejenigen um Verständnis, die diesen Tag nicht so sehen wollen. Ihnen stehen 362 andere Tage zur Verfügung, die laut und geschäftig sind.
Viele Kritiker der Karfreitagsstille denken, der freie Tag sei ihnen sicher. Aber den Karfreitag gibt es überhaupt nur als Feiertag, weil er diese Botschaft des Leidens von Jesus Christus in sich trägt. Das muss den Charakter des Tages prägen. Wer diesen Feiertag inhaltlich entkernen will, der wird ihn letztlich abschaffen. Die Alternative ist nicht unbedingt Party-Freitag. Die Alternative könnte auch „Normaler Arbeitstag“ heißen.

8.    Wie finde ich meine eigene Gemeinde?
Die Adresse der Kirchengemeinde oder der Kirchengemeinden am Ort finden Sie im Telefonbuch unter dem Stichwort „Kirchen“. In der Regel kann die Gemeinde auch mithilfe einer Suchmaschine wie Google gefunden werden, in dem Sie den Namen Ihres Wohnortes und das Stichwort „Kirchengemeinde“ eingeben. Zudem führt Sie folgender Link im Internet auf eine Seite, mit deren Hilfe die richtige Gemeinde gefunden werden kann: www2.evangelisch.de/channel/kompass/wegweiser-kirche/ein-platz-fuer-jeden-die-gemeindesuche

9.    Wie finde ich einen Karfreitags- oder Ostergottesdienst in meiner Nähe?
Sie finden im Internet auf dem Portal www.ostergottesdienste.de viele Angebote. Allerdings stellen nicht alle Kirchengemeinden ihre Gottesdienste dort ein. Es lohnt sich also, sich ergänzend vor Ort zu informieren. Die Telefonnummer und Adresse der Kirchengemeinde oder der Kirchengemeinden am Ort finden Sie im Telefonbuch unter dem Stichwort „Kirchen“. Viele Gemeinden geben auch auf ihrer eigenen Website die Gottesdienste bekannt. Sie finden diese Seiten in der Regel mithilfe einer Suchmaschine wie Google, wenn Sie dort den Namen Ihres Wohnortes und das Stichwort „Kirchengemeinde“ eingeben.

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